Du stehst frisch vor dem Thema BRC (British Retail Consortium) Standard, bist aber überfordert von der schieren Menge an Richtlinien und Anforderungen? Ganz ehrlich – du bist nicht allein. Ein typischer Fehler, den viele machen, ist direkt mit komplexen Projekten zu beginnen. Sie laden sich tausende Seiten Richtlinien herunter, verlieren sich im Detail und geben schnell auf.

Was wäre, wenn ich dir sage, dass du mit ganz einfachen Übungen beginnen kannst? Ohne Stress, ohne riesige Checklisten. Nur kleine, machbare Projekte, die dich Stück für Stück ans Ziel führen. Genau hier setzt dieser Artikel an – mit konkreten Ideen zum Selbermachen.
Warum gerade einfache Projekte?
Lass uns kurz überlegen: Du willst ein Marathon laufen, würdest du direkt am Tag eins 42 Kilometer stemmen? Sicher nicht. Stattdessen baust du langsam deine Ausdauer auf. Genauso funktioniert das beim Lernen des BRC-Standards.
Viele Menschen unterschätzen die Kraft kleiner Erfolge. Etwas Kleines zu bewältigen gibt Vertrauen, motiviert weiterzumachen und hilft dabei, Wissen spielerisch aufzubauen. Das gilt besonders für Selbstlerner wie dich!
Ein erster Schritt sollte dich nicht erschlagen – sondern inspirieren.
Real-World Beispiel #1: Kleine Molkerei startet mit Hygienemanagement
Ein lokales Milchverarbeitungsunternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitenden begann seine BRC-Vorbereitung mit einem einzigen Thema: die Händehygiene im Produktionsbereich. Sie identifizierten zunächst alle Stationen, an denen Mitarbeiter die Hände desinfizieren sollten, erstellten ein einfaches Protokoll und bildeten alle Mitarbeiter dazu. Innerhalb von vier Wochen hatten sie die Grundlage geschaffen, die später beim Audit punkten ließ. Warum funktionierte das so gut? Weil sie nicht versucht haben, alles auf einmal zu ändern – sondern mit einer konkreten Zielsetzung gearbeitet haben.
Real-World Beispiel #2: Backwarenhersteller testet Risikoanalyse
Ein mittelständisches Backwarenunternehmen wollte wissen, welche Risiken bei der Herstellung von Toastbrot auftreten können. Sie setzten sich hin und identifizierten zuerst alle Rohstoffe, dann alle Produktionsschritte. Im Ergebnis entstand eine Liste von 12 potenziellen Gefahren – darunter Allergene, Temperaturschwankungen und Verunreinigungen. Durch diese Übung verstanden sie, wie das HACCP-System im BRC-Kontext funktioniert, und konnten gezielte Maßnahmen planen.
Real-World Beispiel #3: Frischefachmarkt erstellt erste Checkliste
Ein regionaler Frischfachhandel wollte besser auf die BRC-Anforderungen vorbereitet sein. Sie wählten als Startthema „Lagerung gekühlter Produkte“. Ihre Checkliste enthielt nur sieben Punkte – aber diese deckten alle relevanten Aspekte ab: Temperaturmessung, Ablaufdatum, Sauberkeit, Belüftung usw. Diese einfache Liste half ihnen, strukturiert vorzugehen und Probleme frühzeitig zu erkennen.
Kleines Projekt #1: Erstelle eine einfache Risikoabschätzung
Stell dir vor: Du arbeitest in einer Lebensmittelproduktion. Deine erste Aufgabe ist es, potenzielle Risiken zu erkennen. Klingt kompliziert? Ist es gar nicht!
Nimm ein einfaches Produkt deiner Wahl – z.B. einen Joghurtbecher – und liste mögliche Probleme vom Rohstoff bis zur Verpackung auf:
- Kontamination durch Fremdstoffe
- Mangelnde Kühlung während des Transports
- Fehler bei der Etikettierung
- Schimmelbildung durch falsche Lagerung
- Allergene nicht klar gekennzeichnet
- Verwendung abgelaufener Zutaten
- Mitarbeiter tragen keinen Mundschutz
- Reinigungsrhythmus nicht eingehalten
Nicht nur dass du damit das Thema Risikomanagement verstehst – du übst auch gleichzeitig die Struktur des BRC Standards kennen. Wie genau man solche Abschätzungen systematisch angeht, zeigt dir der Kurs BRC (The British Retail Consortium) Standard übrigens sehr anschaulich.
Warum diese Übung wichtig ist
Weil du dich so mit der Denkweise des Standards vertraut machst. Der BRC fordert dich, proaktiv zu denken – also nicht zu warten, bis etwas passiert, sondern potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen. Mit dieser Übung trainierst du genau diesen Prozess. Das hilft dir, später beim Audit souverän zu wirken und zeigt dem Auditor, dass du den Prozess wirklich verstanden hast – nicht nur auswendig gelernt.
Tipps für den Erfolg
- Beginne mit einem vertrauten Produkt – je besser du den Prozess kennst, desto genauer wird deine Analyse
- Setze dir ein Zeitlimit: Zwei Stunden reichen für den Start vollauf
- Frage Kollegen um ihre Einschätzung – oft fallen anderen Dinge auf, die dir entgangen sind
Kleines Projekt #2: Audit-Vorbereitung mit Checklisten
Wer schon einmal auditiert wurde weiß: Die Vorbereitung ist entscheidend. Aber wo fängst du an?
Hier kommt unser nächstes Projekt ins Spiel. Nimm dir ein Kapitel aus dem BRC-Leitfaden – z.B. „Hygiene“ oder „Produktionskontrolle“. Erstelle eine eigene Checkliste basierend darauf:
- Zähle mindestens fünf relevante Punkte aus dem Kapitel auf
- Wandle jeden Punkt in eine prüfbare Frage um (z. B. „Werden Handschuhe regelmäßig gewechselt?“)
- Gehe diese Liste mit jemand anderem durch – idealerweise jemandem ohne Fachwissen
Diese Übung trainiert dein Auge für Details UND fördert Kommunikationsfähigkeiten – zwei Schlüsselqualifikationen im Umgang mit dem BRC-Zertifizierungsprozess.

Wie genau funktioniert eine Checkliste?
Eine gute Checkliste ist nie eine Aneinanderreihung von „Ja/Nein“-Fragen. Sie sollte vielmehr Prozesse abbilden und sicherstellen, dass keine wichtigen Schritte vergessen werden. Eine effektive Checkliste enthält klare Zuständigkeiten, definierte Frequenzen und konkrete Handlungsoptionen. Das ist wichtig, weil der Auditor nicht nur sehen will, dass etwas existiert – sondern dass es auch effektiv umgesetzt wird.
Best Practices für deine Checkliste
- Formuliere immer positiv: „Sind alle Reinigungsmittel korrekt gelagert?“ statt „Stehen irgendwo falsche Reinigungsmittel rum?“
- Definiere konkrete Bewertungskriterien: Was bedeutet „regelmäßig“? Täglich? Wöchentlich?
- Ergänze Platz für Kommentare – oft sind Abweichungen wichtig zu dokumentieren
- Plane eine Überarbeitungszyklus ein – Checklisten sollten lebendig sein
Fehler vermeiden
Ein häufiger Fehler ist die Überforderung: Zu viele Punkte, zu viele Details. Eine Checkliste soll helfen – nicht behindern. Beginne klein und erweitere nach und nach. Noch besser: Teste deine Liste vorab im Alltag – funktioniert sie wirklich?
Kleines Projekt #3: Fallstudie analysieren – und verbessern
Dieses Mal drehen wir den Spieß um: Statt etwas Neues zu planen, analysieren wir ein bestehendes Beispiel. Suche dir eine öffentlich verfügbare Fallstudie zum Thema BRC-Zertifizierung. Lies sie sorgfältig durch und versuche dann folgende Fragen zu beantworten:
- Welche Herausforderungen wurden richtig erkannt?
- Gibt es Ansätze, die du anders gelöst hättest?
- Welche Maßnahmen wurden vergessen?
Wenn du Lust hast, formuliere deine eigenen Empfehlungen als kurze Zusammenfassung. So lernt dein Gehirn, kritisch zu denken – nicht nur nach Schema F zu handeln.
Warum das Analysieren von Fallstudien so wertvoll ist
Weil du lernst, Situationen aus der Perspektive eines externen Betrachters zu sehen. In der Realität bist du oft zu nah dran, um objektiv zu urteilen. Eine Fallstudie gibt dir den nötigen Abstand, um Strategien zu erkennen – und Schwächen zu finden. Vor allem: Du übst, Lösungen zu entwickeln, die du später in deiner eigenen Arbeit anwenden kannst.
Tipps beim Lesen und Analysieren
- Notiere dir immer deine ersten Gedanken – sie sind oft die ehrlichsten
- Vergleiche mit deinem eigenen Unternehmen: Welche Parallelen gibt es?
- Suche nach Mustern: Treten bestimmte Probleme immer wieder auf?
- Frage dich: Welche Informationen fehlen? Was hätte noch erwähnt werden müssen?
Wie du deine Erkenntnisse nutzt
Deine Analyse bleibt wertlos, wenn du sie nicht weitergibst. Teile sie mit Kollegen, bespreche sie im Team oder verwende sie als Grundlage für Verbesserungsvorschläge. So wird aus einer einfachen Übung echte Wertschöpfung.
Wie du weitermachst – ohne überfordert zu werden
Die drei oben genannten Projekte sind nur der Anfang. Sie sollen Mut machen, Neugier wecken und zeigen: Es geht auch ohne Druck und Perfektionismus. Doch wie gelingt es dir, den Schwung zu halten?
Hier sind ein paar Tipps speziell für Selbstlerner:
- Einen festen Zeitpunkt pro Woche einplanen: Vielleicht Montagabends? So wird das Lernen zu einer Gewohnheit.
- Gemeinsam lernen: Finde Gleichgesinnte in Foren oder Netzwerken. Austausch fördert Verständnis.
- Sich dokumentieren: Schreib auf, was du gelernt hast. Auch Jahre später nützlich!
- Praxisbezug suchen: Versuche immer wieder Verbindungen zu deinem Arbeitsalltag herzustellen.
- Regelmäßige Pausen einlegen: Dein Gehirn braucht Zeit zum Verdauen
- Erfolg messbar machen: Setze dir kleine Ziele und feiere kleine Siege
- Quellen wechseln: Bücher, Podcasts, Webinare – Vielfalt hält wach
Auch der Kurs BRC (The British Retail Consortium) Standard setzt genau hier an – mit praxisorientierten Beispielen, klaren Erklärungen und einem strukturierten Aufbau.
Ein letzter Gedanke
Jede große Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Und jeder Experte war mal Anfänger. Der BRC-Standard mag komplex erscheinen, doch mit kleinen Projekten und viel Neugier lässt er sich Stück für Stück erobern.
Hast du bereits eigene Erfahrungen gemacht? Oder kennst du jemanden, der sich gerade mit dem Thema beschäftigt? Teile diesen Artikel gerne weiter – denn gemeinsam wird das Ganze gleich viel einfacher.



