Als Marketingberaterin war Anna zufrieden mit ihrem Job – bis sie merkte, dass etwas fehlte. Es war nicht die Leidenschaft für Werbung oder Markenführung, sondern das Verlangen nach strategischer Tiefe. Sie wollte verstehen, wie Unternehmen wirklich ticken. Doch der Sprung von der Kreativabteilung in die Unternehmensstrategie schien riesig. Wo sollte sie anfangen? Und vor allem: Wie konnte sie ihre Stärken und Schwächen realistisch einschätzen, ohne sich selbst zu täuschen?

Die Antwort kam einfacher, als sie dachte: durch eine SWOT-Analyse. Nicht als Instrument für Unternehmen, sondern als Werkzeug, um sich selbst besser kennenzulernen und kluge Entscheidungen bei ihrem Karrierewechsel zu treffen.
Was ist eigentlich eine SWOT-Analyse?
Du hast bestimmt schon mal gehört, dass man vor einem Wechsel gründlich planen sollte. Aber oft bleibt es dabei nur bei vagen Vorstellungen. Die SWOT-Analyse bringt Struktur in diesen Prozess – ob für Unternehmen oder dich selbst. SWOT steht für:
- Strengths (Stärken)
- Weaknesses (Schwächen)
- Opportunities (Chancen)
- Threats (Risiken)
Das Prinzip dahinter ist simpel, aber mächtig: Indem du dir bewusst machst, was du kannst, wo du wachsen musst, welche Chancen auf dich warten und welche Hindernisse dich erwarten könnten, erhältst du Klarheit – genau das Richtige, wenn du dich aus einer Branche herausbewegst und in eine neue einsteigen willst.
Von der Instinktentscheidung zur klaren Strategie
VieleMenschen springen blindlings vom alten auf den neuen Karriereweg. Das kann manchmal gut gehen – aber genauso oft scheitert es daran, dass man nicht weiß, ob man wirklich passt. Anna fiel es schwer, ihre Fähigkeiten objektiv einzuschätzen. Sie hatte Erfahrung im Aufbau digitaler Kampagnen, aber keine Ahnung von Controlling oder Finanzberatung.
Also setzte sie sich hin und führte eine persönliche SWOT-Analyse durch. Und plötzlich sah alles anders aus.
„Es war wie ein Lichtschalter. Plötzlich stand ich nicht mehr zwischen zwei Welten, sondern hatte einen Plan.“
Anna’s SWOT-Analyse – Schritt für Schritt
Lass uns kurz reingucken, wie sie vorging. Vielleicht erkennst du ja Ähnlichkeiten mit deiner eigenen Situation.
1. Ihre Stärken (Strengths)
- Kommunikationsstärke
- Analytisches Denken
- Führungserfahrung im Team
- Gutes Gespür für Zielgruppen
Nun ging es darum, diese Fähigkeiten im Kontext eines Strategieberaters neu zu interpretieren. Ihre Kommunikationsstärke etwa ließ sich nutzen, um komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären – eine Kernkompetenz in der Beratung.
2. Ihre Schwächen (Weaknesses)
- Fehlende Kenntnisse in Controlling
- Zu viel Fokus auf kreative statt strukturierte Lösungsansätze
- Noch kein Netzwerk in der Strategiebranche
Anstatt davon abgeschreckt zu sein, betrachtete Anna diese Punkte als konkrete Entwicklungsaufträge. Ein klarer Unterschied zum Gefühl des „Ich-bin-nicht-gut-genug“.

3. Mögliche Chancen (Opportunities)
Sie recherchierte Branchentrends und entdeckte, dass viele Unternehmen gerade digitale Transformationen durchführen – ein Bereich, in dem ihr Marketing-Hintergrund durchaus von Nutzen war.
- Beratungsfelder wie Change Management gewinnen an Bedeutung
- Digitale Expertise wird geschätzt
- Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig
4. Externe Risiken (Threats)
Auch hier wurde ihr klar, dass es Herausforderungen gab, die außerhalb ihrer Einflussnahme lagen:
- Hoher Wettbewerb unter erfahrenen Beratern
- Zeitaufwand für zertifizierte Weiterbildungen
- Unsicherheit über Gehaltserwartungen
Mit dieser Liste konnte sie dann gezielt Maßnahmen ableiten.
So nutzt du die SWOT-Analyse für deinen Neustart
Wenn du jetzt denkst: „Das hört sich nach viel Arbeit an“, habe ich gute Nachrichten. Eine SWOT-Analyse dauert selten länger als ein bis zwei Stunden – und bringt dir Monate unnötiger Unsicherheit ersparen. Du brauchst dafür keine komplizierten Tools, lediglich Papier und Stift oder dein Notizbuch auf dem Laptop.
Hier sind einige Tipps, damit deine Analyse nicht in Selbstbetrug endet:
Tipp #1: Sei ehrlich – auch zu dir selbst
Frage Freunde, Kollegen oder Mentoren um Feedback. Oft sehen andere Dinge, die wir selbst übersehen. Was würden sie auf deine Liste setzen?
Tipp #2: Definiere dein Ziel präzise
Willst du in ein bestimmtes Feld wechseln? Suchst du eine Vollzeitstelle oder möchtest du dich selbstständig machen? Je genauer dein Ziel definiert ist, desto zielführender wird deine Analyse.
Tipp #3: Nutze die Ergebnisse aktiv
Ein gutes SWOT-Ergebnis hilft dir, deinen Lebenslauf anzupassen, gezielte Weiterbildungen zu finden oder Gespräche effektiver zu führen. Mach etwas daraus!
Die SWOT-Analyse ist dein Startschuss
Was viele beim Karrierewechsel vergessen: Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, strategisch vorzugehen. Und genau dafür ist die SWOT-Analyse gemacht. Sie zeigt dir, was du hast, wo du wachsen willst und welche Route dich am besten ans Ziel führt.
Vielleicht fragst du dich gerade: „Aber wie lerne ich die Methode richtig anzuwenden?“ Keine Sorge – dafür gibt es spezielle Ressourcen, die dich Schritt für Schritt begleiten.

Egal, ob du aus der Logistik in das Projektmanagement wechseln willst oder von der Pflege in die Personalberatung – mit einer fundierten Selbstanalyse legst du das Fundament für jeden erfolgreichen Neuanfang.
Ein erster Schritt, der zählt
Anna hat mittlerweile einen Job als Junior Consultant bei einer mittelgroßen Beratung gefunden. Nicht ohne Grund. Ihre SWOT-Analyse half ihr, nicht nur ihren Weg klarer zu sehen, sondern auch im Vorstellungsgespräch fundiert über sich selbst sprechen zu können.
Falls du dich auch auf den Weg machen willst – sei es beruflich oder privat – lohnt es sich, mit dieser einfachen Methode anzufangen. Sie ist altbekannt, aber unglaublich wirkungsvoll.
Wenn du tiefer einsteigen und lernen willst, wie du die SWOT-Analyse systematisch einsetzt, um dich optimal auf einen Karrierewechsel vorzubereiten, empfehle ich dir den entsprechenden Kurs auf wisstor.de: SWOT-Analyse.



